Hilfe, ich habe eine Raubkopie auf Ebay angeboten!

Ralph Klenke Urheberrecht

Bootleg bei Ebay zum kauf angeboten - Abmahnung

Das Interesse der Rechteinhaber sich vor der Verbreitung von Raubkopien und Identitätsfälschungen, also der unerlaubten Vervielfältigung von Musik, Filmen, PC- und Video Spielen, zu schützen ist selbstverständlich nachvollziehbar. Diese Schwarzpressungen nennt man auch Bootlegs. Ursprünglich beschreibt der Begriff „Bootleg“ eine unautorisierte Vervielfältigung von Originalwerken, beispielsweise in Form eines Remixes. Oft werden das Vocal und andere markante Bestandteile eines Songs verwendet, um den ursprünglichen Song in ein neues Genre zu transportieren. Werden dafür nicht die erforderlichen Rechte eingeholt und der Song auf Youtube hochgeladen, stellt dies eine Urheberrechtsverletzung dar. Meist ist das entsprechende Video dann nicht lange online. Exkurs: Zum Thema Sampling hat der BGH aktuell entschieden, dass in der Vorinstanz nicht objektiv festgestellt wurde, ob die als Hintergrund-Loop verwendeten Musiksequenzen die Schöpfungshöhe erreicht haben. Insofern sei ein Gutachten erforderlich, welches bestätigt, dass die verwendeten (kurzen) Musiksequenzen auch tatsächlich urheberrechtlich geschützt sind. Das vorinstanzliche OLG hätte dies nicht selbst einfach annehmen dürfen (vgl. BGH, Urteil vom weiterlesen →

Kein gutgläubiger Erwerb von Nutzungsrechten

Ralph Klenke Urheberrecht

Urheberrecht - kein gutgläubiger Erwerb von Nutzungsrechten

Gerade bei der Bildernutzung im Internet spielt der gutgläubige Erwerb von Nutzungsrechten eine große Rolle. Oft werden die erforderlichen Nutzungsrechte nicht vom Urheber selbst (hier dem Fotografen) erworben, sondern vielfach von Bild- und/oder Werbeagenturen bezogen. Hat der Urheber die erforderlichen Nutzungsrechte nicht wirksam an die entsprechende Agentur abgetreten, so ist diese auch nicht berechtigt, ihren Kunden die Rechte an der Nutzung dieser Bilder einzuräumen. Wenn ahnungslose Kunden von einer Agentur Bilder oder Fotos erwerben, diese auf ihrer Internetseite einbinden und sich lediglich auf die Zusicherung der Agentur verlassen, dass diese über die erforderlichen Nutzungsrechte an den entsprechenden Bildern/Fotos verfüge, handeln sie fahrlässig und sind dem eigentlichen Rechteinhaber zum Schadensersatz verpflichtet. Dies hat das OLG München mit Beschluss vom 15.01.2015 – Az.: 29 W 2554/14 klargestellt. Es reiche eben nicht aus, sich allein auf die Aussage der Agentur zu verlassen. Vielmehr sei der Kunde dazu verpflichtet gewesen, sich überprüfbare Unterlagen vorlegen weiterlesen →