Webseite erstellt und der Kunde zahlt nicht – Webdesigner unter Zugzwang

Ralph Klenke IT-Recht, Vertragsrecht

webseite erstellt und der Kunde zahlt nicht - webdesignvertrag erforderlich

Immer wieder kommt es vor, dass sich auf Erstellung von Webseiten und Plugins spezialisierte Agenturen oder Webdesigner in eine ungünstige Ausgangsposition bringen, wenn es darum geht, Ihren Anspruch auf die vereinbarte Vergütung durchzusetzen. Oft werden keine oder nur unzureichend schriftliche Regelungen getroffen. Vereinbart wird das Leistungsziel und ein Pauschalbetrag bei Lieferung, allein besiegelt durch virtuellen Handschlag per E-Mail. Nachdem die Webseite fertiggestellt und die entsprechenden Dateien dem Kunden zur Verfügung gestellt wurden, zahlt dieser nicht. Der Rechnungsbetrag wird angemahnt, der Kunde vertröstet die Agentur oder hat etwas an der Seite auszusetzen. Der Webdesigner läuft also entweder hinter dem Geld her oder muss auf die immer wieder vom Kunden eingehenden Aufforderungen zur Nachbesserung in irgendeiner Form reagieren. Aber halt! Auch wenn dem Auftrag keine weiteren vertraglichen Regelungen zugrunde liegen, gibt es doch bestimmt gesetzliche Bestimmungen, die dem Webdesigner zu seinem Recht verhelfen?! Ja, die gibt es: Die reine Erstellung einer Internetseite weiterlesen →

Abgrenzung Werkvertrag – Dienstvertrag in der IT-Branche

Ralph Klenke Vertragsrecht

Abgrenzung Werkvertrag und Dienstvertrag

Bei Freelancern (freien Mitarbeitern) stellt sich oft die Frage, ob die mit dem Auftraggeber getroffenen Vereinbarungen einen Werk- oder Dienstvertrag darstellen. Diese in der Praxis gerade bei atypischen Verträgen, also solchen, die keinem der im BGB geregelten Vertragstypen entsprechen, zu treffende Differenzierung ist nicht immer leicht. Jedenfalls ist dabei nicht auf die Vertragsbezeichnung, sondern allein auf den tatsächlichen Willen der Parteien abzustellen, vgl. § 133 BGB. Warum aber ist die Abgrenzung in der Praxis so wichtig? Einfach gesagt, weil bei einer nach dienstvertragsrechtlichen Vorschriften zu beurteilende Vereinbarung die Abnahme entbehrlich ist und keine Gewährleistungsansprüche des Auftraggebers hinsichtlich der vom Auftragnehmer zu erbringenden Leistung in Betracht kommen. Bei einem Dienstvertrag entsteht der Anspruch auf Vergütung nämlich allein durch die Erbringung der Dienstleistung als solche. Dagegen wird beim Werkvertrag immer ein bestimmter Erfolg geschuldet. Wird die zwischen den Parteien getroffene Vereinbarung als Werkvertrag eingeordnet, so ist im Streitfall fast immer relevant, ob eine Abnahme nach weiterlesen →